Presse

zu "Armer Ritter" von P. Hacks:
FATZ , 4/2010:

Vielleicht ein Neubeginn für die renommierte sächsische Gruppe, die sich ein fertiges Stück von Peter Hacks mit hohem Schwierigkeitsgrad wählte. [...] Besonders hervorzuheben sind die sehr körperlichen Aktionen, die förmlich aus dem Nichts entstehenden Gruppenarrangements, die z.T. Bühnenaufbauten ersetzten! Das beförderte lebendiges Ensemblespiel. [...]
Indessen war keiner überfordert, jeder gab sein Bestes. Sicher das Verdienst der umsichtigen Regie von Liane Günther.
Ein dankend angenommenes Angebot, vor allem für die Fans von Improvisationstheater.

Prof. Bernd Guhr,
Schauspielinstitut "Hans Otto", HMT Leipzig
Freie Presse, 6. 10. 2009:

Kindermärchen mit Widerhaken

Mit Witz und Mut zur Improvisation nähert sich UNART unter der Regie von Liane Günther dem großen Dramatiker Peter Hacks ...

Die .. Besucher in der Schönherr-Fabrik bekamen ein Stück mit doppeltem Boden, was nur oberflächlich ein Kinderstück ist. Zum einen ist die Bühne spartanisch eingerichtet, vieles wird improvisiert, und zum anderen ist das Märchen eines, was auch ohne weiteres heute spielen könnte. Nur dass es eben keine Drachen mehr gibt. ...

Nach der Premiere gab es langanhaltenden Applaus für die Schauspieler von UNART. Mit wenig Requisiten und viel Improvisation ist die Aufführung des "Armen Ritters" geglückt.

A. Dinger
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sonstiges über UNART:
Freie Presse, Februar 2004:

Chemnitz und seine Theater

Fünf oder fünfhundert Scheinwerfer?
- Zwei Theater - zwei Welten -

"Großartiges Theater heißt Faszination ausüben. Manchmal gelingt das mit zwei Menschen, einer Lampe und einer Decke. Aber eben nur manchmal." Dr. Karl-Hans Möller, Chefdramaturg des Chemnitzer Theaters lächelt. Er weiß, wovon er spricht. Aufwendige Inszenierungen, ein hervorragendes Bühnenbild und perfekte Schauspieler, das sind die Ansprüche der Zuschauer an ein städtisches Theater.

Aus wenigen Mitteln das Beste machen. So lautet hingegen die Maxime der Amateurtheater. Das Budget ist schmal, die Schauspieler spielen ohne Ausbildung. Wohl aber mit Passion und Kreativität. Zwei Probebühnen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: "Cabaret" im Opernhaus und "Die Aschenputtler", gespielt vom Theater UNART.

Das Amateurtheater UNART feiert dieses Jahr 10-jähriges Namensjubiläum. Hier kann jeder mitspielen, sein Talent erproben und einmal in der Woche in eine andere Rolle schlüpfen. Ein Jahr lang laufen die Proben für ein Stück. Die Premiere von "Die Aschenputtler", einem Satirestück von Friedrich Karl Waechter soll am Welttheatertag, dem 27. März sein.

Der Probenraum im Haus der Jugend am Laubengang 15 ist klein. Lutz Günther, Regisseur des 30-minütigen Stückes scharrt seine fünf Schauspieler um sich. Einzige Requisite ist ein Pappkarton, der im Laufe der Probe mal zum Lehrerpult, mal zum Aschekübel wird. Das nötige Licht wird von fünf Scheinwerfern erzeugt.

"Die Aschenputtler" sind fünf Clowns. Einer ist der Lehrer, die anderen vier die Schüler. Weil im Unterricht gerade "Aschenputtel" behandelt wird, schlüpfen die fünf Clowns selbst in die Rolle der Märchenfiguren. So ist Sven Rümmler nicht nur Dr. Sinn, ein verklemmter Lehrer in der Clown-Schule, sondern gleichermaßen Vater von Aschenputtel, Grabstein und Täubchen. Und eigentlich ist der 34-Jährige Altenpfleger und Familienvater. Ein Schauspiel im Schauspiel also.

Während der Probe wird viel gelacht, oft auch um von Unsicherheiten abzulenken. Denn die Spieler kleben noch am Text. Lutz Günther lässt wiederholen, sagt "Versucht euch vom Text zu lösen, spielt einfach."

...

Im UNART lässt man sich mehr Zeit. Vor den Proben wird erzählt. Schließlich ist man ja auch befreundet. Und ab und zu wird mal laut geseufzt. Kein Wunder, wenn alle bereits einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich haben.

Einen Vergleich zwischen den beiden Bühnen zu ziehen, ist aber unmöglich. Die einen bestechen durch Perfektion, herausragende Optik und professionelles Spiel, die anderen begeistern durch ihre Kreativität, aus kleinen Dingen Großes zu schaffen. Ob fünf oder fünf-hundert Scheinwerfer zum Einsatz kommen, ist letztlich gleichgültig. Auf die Erwartungen der Zuschauer kommt es an und darauf, ob man diesen gerecht werden kann!

Von Anett Bauch, Katrin Baumann, Corina Weissbach
Freie Presse, 15. Januar 2002:

"UNART": Zukunft ungewiss

Stadt will Theatergruppe nicht mehr fördern - Streit um 2500 Euro

Ein Theater, das seit gut zehn Jahren kontinuierliche Arbeit leistet, jungen Leuten die Berufslaufbahn ebnet und bundesweit mit Auftritten auch für Chemnitz wirbt, ist nicht förderungswürdig.

Diese Schlussfolgerung legt sich den Mitgliedern der Schauspieltruppe von "UNART" nahe, wenn ihnen von der Stadt mitgeteilt wird, dass sich für 2002 nicht einmal 2500 Euro berappen lassen, um die Arbeit der 16 Laiendarsteller zu unterstützen. Und dabei sind 2500 Euro nun wirklich kein Betrag, den sich eine Großstadt wie Chemnitz nicht vielleicht doch für ein gesamtes Jahr Theaterarbeit leisten könnte, finden Mitglieder der Schauspieltruppe wie Petra Rosenblatt. Sie ist seit 1990 bei "UNART" und kann sich kaum vorstellen, was sie ohne die illustre Truppe machen würde, mit der sie jeden Montagabend probt und mit der sie etwa zwölf Vorstellungen im Jahr bestreitet.
"Es geht ja nur darum, dass wir etwas für die Miete der Proberäume oder für die Kostüme dazubekommen. Und ich denke, wir sind diese 2500 Euro, die wir im Jahr brauchen würden, auch wirklich wert", so das längjährige Ensemblemitglied. Welche Qualität die Arbeit von "UNART" hat, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass ehemalige "UNARTige" heute auf Schauspielschulen studieren oder an Theatern als professionelle Darsteller arbeiten. Anne Breitfeld ist dafür nur ein Beispiel. Von "UNART" kommend, sorgte sie schließlich am Chemnitzer Theater in einer Faust-Aufführung für Aufsehen. Und nicht nur deshalb ist Johannes Rödel, Vorsitzender des Vereines "UNART", vom Verhalten der Stadtväter enttäuscht. "Wir haben hier vom Studenten über Angestellte bis hin zu Selbstständigen recht unterschiedliche Leute, die eine ernsthafte und engagierte Arbeit leisten. Und unsere Gastspieltouren waren ja indirekt auch immer eine gute Werbung für Chemnitz. Doch das alles scheint nichts zu zählen", so Rödel. Die Konsequenzen der Fördermittelstreichung sind für "UNART" derzeit in ihrem Gesamtausmaß noch nicht ganz absehbar.

In Frage steht aber mit Sicherheit, ob zukünftig noch geprobt und gespielt werden kann. Ein Zustand, mit dem sich das Ensemble nicht abfinden will. Also lädt das Theater die Stadtväter zur seiner nächsten Vorstellung am 26. Januar in den Laubengang ein, damit sie sich selbst ein Bild davon machen können, ob "UNART" tatsächlich keinerlei Förderung verdient.

Von Uwe Rechtenbach
zu "Wie man Wünsche beim Schwanz packt" von P.Picasso:
"Die ... Gruppe bot eine assoziationsreiche, Pantomime und Tanz einbeziehende Version, bei der das Publikum ein Wechselbad der Gefühle durchlebte. Es ist schon erstaunlich: Bei Picassos in vier Tagen hingeworfenen Erschütterungen gab es die geschlossenste Ensembleleistung des Treffens. ..."

Freie Presse, 13.10.1998

"Absurd und gleichzeitig witzig ist das Theaterstück .... Die zehn jungen Akteure der Chemnitzer Gruppe spiegelte mit Spiellust und Experimentierfreudigkeit den Gestus des phantasievollen, textlich aber sehr komplizierten Stückes wieder und erreichten mit einer den Zuschauer fesselnden Hingabe eine Einheit von von Figuren und Text."

Dresdner Neueste Nachrichten, 4.4.99
zu "Große Vögel, kleine Vögel" von P. P. Pasolini:
NWZ Göppinger Kreisnachrichten 26. 11. 2001:

Unartiger Spaß statt Botschaften

Mit viel Improviasation, Spaß am Spiel und Bewegung gingen die Akteure der Chemnitzer Gruppe UNART zu Werke. Sie fügten dem Gesamtbild der Theatertage einen angenehmen Farbtupfen hinzu.

Die Welt, sie ist ein Zirkus. So jedenfalls sieht es die Theatergruppe UNART in ihrer Produktion "Große Vögel, kleine Vögel". Im Alten E-Werk erzählten die Chemnitzer die Geschichte eines dressurbesessenen Zirkusdirektors, der nicht etwa Raubkatzen durch die Manege springen läßt, sondern der staunenden Menschheit einen sprechenden Adler präsentieren möchte.

Der Inszenierung liegt, wenn auch nur vage, das 1966 gedrehte Werk "Uccellacci e Uccellini" von Pier Paolo Pasolini zu Grunde, dessen symbolistische Andeutungen UNART zum Tragen bringt. Zwar mag man nun sogleich an Marxismus und soziale Gerechtigkeit denken, doch erhöht dies die Gefahr, den gewieften Südwestsachsen gehörig auf den Leim zu gehen. Sie wollen mit ihrem Stück keine bedeutungsschwangere Botschaften verkünden, sondern mit Improvisation und sichtlichem Spaß am Spiel, Sprache und Bewegung ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten suchen und ausleben. Ein Vorhaben, das bestens gelungen ist.

Kurt Lang